Mental Load am Schreibtisch

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Merz Lifecare macht Mental Load zur Unternehmenssache

Bei Merz Lifecare kommt das Thema auf den Tisch: Mental Load wird zum Inhalt einer Weiterbildungsveranstaltung. Damit wandert auf den Schreibtisch, was eigentlich am familiären Küchentisch stattfindet und es wird anerkannt: Wir brauchen Strategien, um den vollen Kopf zur Fokuszone zu machen. Gleichzeitig ist Xenia Barth überzeugt: „Priorisieren können unsere Mitarbeiter:innen hervorragend. Bezogen auf ihre Projektloads an den Schreibtischen haben wir das Thema nicht. Wir möchten aber hinsehen und entlasten. Mental Load betrifft das, was sie zusätzlich tragen. Das Daran-Denken. Die tausend verketteten Kleinigkeiten, die zb ein Familienleben mit sich bringen. Mit dem Programm wollen wir erreichen, dass viele dieser Dinge aus dem eigenen Gedächtnisspeicher und aus der eignen Verantwortung an andere übergehen können.”

Die Arbeit ist längst zuhause eingezogen

Home Office und Vertrauensarbeitszeit sind die Gestaltungsoptionen. Sie machen Vereinbarkeit oft erst möglich, benennen können wir das alle. Was unsichtbar bleibt: Wie Mental Load die Köpfe voll macht. Das hat keinen Ort, im Büro kann jemand genau so von den zehntausend kleinen Verantwortlichkeiten belastet sein wie überall anders auf der Welt.
„Für uns ist es ein wichtiger Aspekt von Führung, auch hierauf zu schauen und gemeinsam zu schauen: Was braucht es für den besten Fokus? Für die meisten heißt das mindestens: Den Mental Load managen. Und hier schauen wir gemeinsam hin.“ So begründet Xenia Barth die Initiative, die bei Merz Lifecare gestartet wurde.

Die Treiber dahinter

Mental Load ist erschöpfend und macht es schwer, nicht ständig tausend To Dos und Verantwortlichkeiten im Kopf zu haben. Die sogenannte zweite Schicht, die meistens auf die Frauen mehr als auf die Männer wartet, macht es schwer, wirklich loszulassen.
Jessica Sommer, Senior Director Human Resources bei Merz Lifecare, hat zusammen mit Andrea Böckle (Workfuturists) und Rosaria Di Donna (familymind) das Programm aufgesetzt und wird einen 120-Tage-Piloten starten.

Merz Lifecare ordnet das Programm in einen größeren Rahmen ein: Healthy Life & Living. Dazu gehört alles, was Menschen in ihren verschiedenen Lebensphasen gesund und handlungsfähig hält. Die Wechseljahre haben dort ebenso ihren Platz wie die mentale Last, die Familie und Alltag mit sich bringen.

Wirksamkeit braucht ein Fundament

Xenia Barth argumentiert dabei aus Überzeugung. Wer bei Merz arbeitet, bringt ein ganzes Leben mit, und das Unternehmen interessiert sich dafür. Das hat eine menschliche und eine Effizienz-bewusste Seite. Klar, dass hier die Zahlen am Tisch sitzen und schön, dass das Kümmern ebenfalls eine so große Rolle spielt. Gute Geschäftszahlen zu erwirtschaften ermöglicht ein starkes und umfassendes Benefit- und Weiterbildungsspektrum. Und was sich einfach positiv aufdrängt: Ohne die Menschen, die so unbedingt in ihrer beruflichen Expertise und Kompetenz wirksam sein wollen, würde es das Thema gar nicht existieren.

Führung für Vertrauensarbeit

Menschen, die Dinge erreichen wollen und überall arbeiten, brauchen ebenfalls eine Führungskultur. Teams benötigen Absprachen, Verantwortlichkeiten, Ziele. Daran hat die räumliche und zeitliche Flexibilisierung von Arbeit nichts geändert. Am Wie hat sie alles geändert. Und auch am Miteinander.
Im Büro geschah Zuwendung beiläufig: auf dem Flur, an der Kaffeemaschine, im Vorbeigehen. Auf Distanz wird sie zur bewussten Entscheidung. Führung organisiert Aufmerksamkeit und braucht dafür Instrumente: Gesprächsformate, ein gemeinsames Vokabular, klare Erwartungen.

„Wir sind ja trotzdem als Menschen aneinander interessiert und wollen ein gutes Miteinander haben. Das orientiert sich an der Arbeitspersönlichkeit und impliziert eben sowohl Arbeit als auch Persönlichkeit“, sagt Xenia Barth.

Erwartungshaltungsmanagement

Nach dem 120-Tage-Programm schaut Merz Lifecare auf das, was bei den Menschen angekommen ist. Maßstab ist die Entlastung, die die Teilnehmenden selbst beschreiben.

Mit dem 120-Tage-Programm zur Mental Load Shift werden die Dinge angegangen. Es ist ein Pilot und vielleicht bekommt auch hier die zweite Maus den Käse/ die zweite Runde die besseren Ergebnisse. Auch bei den Anmeldezahlen ist spannend: Die erste Runde ist komplett weiblich besetzt – bei einer 70:30-Quote im Unternehmen. Auch da ist spannend: Wie sieht es aus, wenn diese Menschen das Programm durchlaufen haben, es intern diskutiert und in ihren Alltag integriert haben? Wie würde eine zweite Runde wohl besetzt sein oder eine dritte?

Woran Merz Wirkung erkennt

Gerade bei Vertrauensarbeitszeit ist die Selbstfürsorge stärker gefragt als dass eine Führungskraft hier mit einspringen könnte. „Fürsorge lässt sich organisieren. Sie braucht eine Geschäftsführung, die sie will, Führungskräfte, die fragen, und eine Kultur, in der Antworten willkommen sind“, beschreibt Xenia Barth die Situation, die das 120-Tage-Programm stärken soll.

Jemand geht los. Das ist das Zeichen

Das Programm, das Merz Lifecare startet, zeigt vor allem eins: Mental Load ist ein Thema, das nicht nur ins Privatleben gehört. Wenn wir wollen, dass Menschen, insbesondere solche, die für mehrere Personen Verantwortung tragen, viel und gut arbeiten können, müssen wir schauen, wie das möglich wird. Dass das „alte Bild“, dass eine Person arbeitet und die andere in der Familie diese Arbeit ermöglicht, nicht mehr funktioniert, wissen wir. Diese Leerstelle kann das Programm füllen.

Danke für das spannende Gespräch und den Einblick in Eure Sicht auf die Menschen, die täglich für Euch ihr Bestes geben, liebe Xenia.

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Vereinbarkeit ist eine riesige Chance. Vereinbarkeit ist das Schlagwort, dass Eltern plötzlich kennenlernen, wenn sie vor der Aufgabe stehen, ihre Elternschaft und ihre Karriere gleichzeitig zu leben.